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Recht22. April 20267 Min LesezeitCarlusion-Team

ZertES & QES: Wann ist eine elektronische Signatur in der Garage rechtsverbindlich?

Wer einen Kaufvertrag rechtsverbindlich elektronisch signieren will, braucht in der Schweiz eine qualifizierte elektronische Signatur (QES) nach dem Bundesgesetz über die elektronische Signatur (ZertES). Was das konkret heisst — und wo Garagen heute noch falsch unterschreiben.

Drei Arten elektronischer Signaturen — nur eine zählt

Das Schweizer Recht kennt drei Stufen elektronischer Signaturen: einfache, fortgeschrittene und qualifizierte. Nur die qualifizierte elektronische Signatur (QES) ist nach Art. 14 Abs. 2bis OR der handschriftlichen Unterschrift gleichgestellt.

  • Einfache elektronische Signatur — z. B. eingescannte Unterschrift. Beweiswert gering, für formfreie Verträge ausreichend, für Kaufverträge problematisch.
  • Fortgeschrittene elektronische Signatur (FES) — eindeutig dem Unterzeichner zugeordnet, aber ohne qualifiziertes Zertifikat. Im Streitfall müssen Sie die Signatur einzeln beweisen.
  • Qualifizierte elektronische Signatur (QES) — ausgestellt von einem in der Schweiz anerkannten Vertrauensdienst. Gleicher Beweiswert wie eine handschriftliche Unterschrift.

Warum die QES für den Autohandel zählt

Ein Kaufvertrag über ein Fahrzeug ist im Schweizer Recht formfrei — Sie könnten ihn theoretisch mündlich abschliessen. In der Praxis steht aber bei Streitfällen (Mängelrechte, Garantie, Eigentumsübergang) immer die Frage im Raum: Wer hat was unterschrieben?

Mit einer QES haben Sie die gleiche Beweisqualität wie auf Papier — und sparen sich Druck, Kuvert, Postweg, Scan, Ablage. Bei vielen Verträgen summiert sich das spürbar.

Drittanbieter, nicht selbst gebastelt

Eine QES kann nur von einem in der Schweiz zugelassenen Vertrauensdienst ausgestellt werden. Plattformen wie Skribble arbeiten dafür mit solchen Vertrauensdiensten zusammen. Die Anbindung von Skribble an Carlusion ist in Vorbereitung und heute noch nicht verfügbar.

So ist die digitale Signatur in Carlusion geplant

  1. Vertrag ist erstellt, Käufer und Verkäufer sind erfasst.
  2. Aus dem Vertrag stossen Sie die digitale Unterzeichnung über Skribble an.
  3. Die Unterzeichnenden signieren bei Skribble — für eine QES ist eine einmalige Identifikation nötig.
  4. Der Signaturstatus kommt zurück an den Vertrag in Carlusion.
  5. Bis die Anbindung verfügbar ist: Vertrag auf Papier unterschreiben, in Carlusion als unterzeichnet markieren und den Scan ablegen.

Häufige Stolperfallen

  • DocuSign und Adobe Sign — sind in der Schweiz nicht standardmässig QES-konform. Es braucht ein Add-on und einen schweizerischen Vertrauensdienst im Hintergrund.
  • Eingescannte Unterschrift im PDF — keine elektronische Signatur im rechtlichen Sinn, sondern ein Bild.
  • Unterschrift mit Stift auf dem Tablet — keine qualifizierte elektronische Signatur. Beweiswert eingeschränkt.

Was kostet die QES?

QES werden von den Vertrauensdiensten bzw. Signaturplattformen in der Regel pro Signatur oder im Abo verrechnet. Die Konditionen für die geplante Skribble-Anbindung in Carlusion stehen noch nicht fest.

Fazit

Wenn Sie regelmässig Kaufverträge abschliessen, gibt es heute keinen guten Grund mehr für Papier. QES gibt Ihnen die gleiche Rechtssicherheit, spart Zeit und reduziert Fehler. Wichtig ist nur: nicht jede 'elektronische Signatur' ist eine QES.

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