MFK-Reminder: Wie Garagen aus jeder Übergabe Folgegeschäft machen
Verkauft eine Garage zum Beispiel 60 Fahrzeuge pro Jahr, stehen daraus nach einigen Jahren laufend MFK-Termine an — und damit ein potenzieller Service-Vertrag, ein Reifenwechsel, vielleicht der nächste Fahrzeugkauf. Wer diese Termine systematisch nutzt, sieht ein zweites Geschäft, das viele Garagen liegen lassen.
Das Problem: Excel verliert MFK-Termine
In der Praxis sieht es oft so aus: Die Erstinverkehrsetzung steht in der Excel-Liste, der MFK-Termin wird grob ausgerechnet und im Outlook-Kalender als Erinnerung gesetzt. Nach drei, fünf oder zehn Jahren findet diese Erinnerung niemand mehr.
Das Resultat: Ihre einmaligen Käufer werden zu einmaligen Käufern. Der Service findet woanders statt, der nächste Wagen kommt vom Konkurrenten.
Die Logik der Schweizer MFK
- Erste MFK: nach 4 Jahren ab Erstinverkehrsetzung (Personenwagen).
- Zweite MFK: nach weiteren 3 Jahren.
- Danach: alle 2 Jahre.
- Nutzfahrzeuge und Anhänger: andere Intervalle, oft jährlich.
Die kantonalen Strassenverkehrsämter senden zwar selbst eine Aufforderung, aber typischerweise erst kurz vor Ablauf. Wer als Garage 4–6 Wochen vorher proaktiv den Kunden anschreibt, ist erste Anlaufstelle — und nicht der Konkurrent in der Nachbar-Stadt.
Die einfache Mechanik
- Das nächste MFK-Datum ist am Fahrzeug erfasst.
- Eine Übersicht zeigt anstehende MFK-Termine; in Carlusion erscheint ein Hinweis 14 Tage vor Ablauf (für Fahrzeuge im Bestand).
- Sie schreiben den Kunden persönlich an und schlagen Termine in Ihrer Werkstatt vor.
- Zusagen tragen Sie im Werkstatt-Planer ein (mit Werkstatt-Modul).
Ein Termin, der sich lohnt
Jede rechtzeitige MFK-Nachricht ist eine Chance auf einen Werkstatt-Termin — ohne Werbebudget. Wie viele Kunden zusagen, hängt von Ihrem Betrieb und Ihrer Kundschaft ab.
Mehr als MFK: Pneu, Service, Wiederkauf
Wenn die Daten einmal sauber am Fahrzeug hängen, lässt sich die gleiche Mechanik für andere Anlässe nutzen:
- Pneu-Wechsel im Frühjahr/Herbst — für Kunden mit eingelagerten Rädern (Reifenhotel im Werkstatt-Modul).
- Service-Intervalle (15’000 / 30’000 km) — sobald der Kunde im Fahrzeug-Service-Programm ist.
- Wiederverkauf — typischer Garagenkunde wechselt das Fahrzeug nach 4–7 Jahren. Eine Erinnerung im Jahr 4 mit aktuellem Eintauschwert öffnet das Gespräch.
Datenschutz nicht vergessen
Reine Service-Erinnerungen zu einem aktiven Kundenverhältnis sind unproblematisch. Werblich gefärbte Mailings (z. B. ‚jetzt Ihr nächstes Auto bei uns konfigurieren‘) sollten Sie als Newsletter mit Opt-out gestalten — die revDSG-Regeln gelten auch für die Garage.
Fazit
Jede Übergabe ist der Anfang einer 7-Jahres-Beziehung — wenn Sie die MFK-Spur halten. Mit dem MFK-Datum am Fahrzeug und der MFK-Übersicht in Carlusion behalten Sie diese Spur im Blick.
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